MN vom 26. September 2016

Man muss wagen, selbst zu denken

Die Journalistin und Autorin Sineb El Masrar räumt beim Literaturherbst mit Klischees auf und ermutigt Frauen zur Emanzipation.

Von Dr. Heinrich Lindenmayr

Man merkte Sineb El Masrar bei ihrer Lesung in Rahmen des „Literaturherbst Krumbach“ die Freude an, Klischees zu entlarven. Eine landläufige Vorstellung beispielsweise besage, eine Muslimin dürfe sich nur so weit von Ehemann und Herd entfernen, wie ein Kamel Schritte tun könne. Aber ein Kamel könne am Tag über 80 Kilometer laufen, und das sei im kleinräumigen Deutschland doch eine respektable Entfernung. Sineb El Masrar hat zwei Bücher über Rolle und Selbstverständnis muslimischer Frauen geschrieben, aus denen sie zum Auftakt der „Interkulturellen Woche des Landkreises Günzburg“ vorlas. Historisch gesehen, hat der Islam die Position der Frau gestärkt. Aufklären wolle sie, Vorurteile und falsche Vorstellungen ausräumen, gegen Pauschalurteile und Vereinfachungen vorgehen, erklärte sie, als sie sich vorstellte.

Den Islam gebe es nicht, sondern eine große Vielfalt an Strömungen innerhalb des Islam, darunter auch sehr offene und zukunftweisende. Man müsse also nichts hinnehmen, was im Namen Allahs verbreitet werde. Man müsse es wagen, selbst zu denken, zu hinterfragen, Rechtfertigung zu fordern. Mit solch einer Haltung könne auch eine emanzipierte Frau Muslimin sein.

Historisch gesehen, habe der Islam die Position der Frau gestärkt, meinte El Masrar. Sie habe Rechte bekommen, auch das Recht der freien Wahl des Ehemannes und Sicherheiten durch den Ehevertrag. Damit wären muslimische Frauen über Jahrhunderte hinweg deutlich besser gestellt gewesen als Frauen im christlichen Europa. Auch wenn sich die Verhältnisse mittlerweile verkehrt hätten, so sei die Unterdrückung der Frau keineswegs durch den Koran zu rechtfertigen. Das sei Verrat an Gott und dem Propheten, behauptete El Masrar. Die Unterdrückung der Frau deutete sie als Reflex der Unfähigkeit der Männer. Diese könnten nicht gebären, weigerten sich, die Kindererziehung zu übernehmen, wären unfähig, Geld zu verdienen und gleichzeitig einen Haushalt zu führen. Wer auf ein vernünftiges und gleichberechtigtes Verhältnis der Geschlechter zueinander setze, müsse in der Erziehung zugleich die Mädchen und die Jungen stärken.
Im Geschäftsleben hat das Kopftuch nichts zu suchen Es waren zwei selbstbewusste, hochintelligente, redegewandte und gut gekleidete muslimische Frauen, mit denen sich Moderator Marc Hettich im zweiten Teil des Abends auf der Bühne unterhielt. Zu Sineb El Masrar gesellte sich Yasemin Arpaci, Managerin bei Magirus in Ulm. El Masrar argumentierte auf dem Podium eher theoretisch, Arpaci pragmatisch. Es gebe im Koran keine Vorschrift zur Verhüllung, meinte El Masrar zur Frage, warum sie kein Kopftuch trage. Ihre Identität hänge nicht an einem Stück Stoff. Im Geschäftsleben habe das Kopftuch nichts zu suchen, erklärte Arpaci.

Während El Masrar immer wieder auf die Vielfalt der Positionen des Islam verwies und für eine differenzierte Auseinandersetzung plädierte, beklagte Arpaci den Trend zu Polarisierung und Vereinfachung. Der aber sei nicht auf die Türkei und die arabischen Staaten zu beschränken, er gewinne auch in der Europäischen Union und in Deutschland an Boden. Als einen wichtigen Schritt zur Begegnung und Verständigung und ein lebendiges Zeichen der Integration nannte Meinrad Gackowski, Integrationsbeauftragter des Landkreises Günzburg, die „Interkulturelle Woche“. Gelegenheit zum Erleben orientalischer Musik bekamen die Besucher beim Liedvortrag von Elif Polat, ein orientalisches Buffet bot sich ihnen in der Pause.
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MN vom 24. September 2016

„Mopsfidel“ in den Krieg gezogen

Anne Jacobs liest aus ihrer Trilogie über eine Augsburger Industriellenfamilie

Von Elisabeth Schmid

„Augsburg ist eine tolle Stadt, nehm’ ich doch Augsburg für meine Familiensaga“, meinte die Autorin schmunzelnd auf die Frage, warum sie die Geschichte in Augsburg spielen lässt. Vor Kurzem fand im Rahmen des Literaturherbstes eine Lesung der Autorin Anne Jacobs in der Bücherei Krumbach statt. Anne Jacobs stellte ihre Romane die „Tuchvilla“ und „Töchter der Tuchvilla“ vor. Die Geschichte erzählt die Familiensaga einer Augsburger Industriellenfamilie zu Beginn des Jahres 1913.
Marie, ein Waisenmädchen bewirbt sich bei der Familie Melzer als Hausmädchen. Unter den kritischen Augen der Hausdame der Villa muss sie bestehen. Die großen, sanften Augen und das stille und doch selbstsichere Auftreten von Marie überzeugen die Hausdame. Sie wird in Dienst genommen. Die Autorin schildert anschaulich wie es damals in den Herrenhäusern aussah. Die Villa, ein rotes Backsteinhaus, beschäftigte neun Hausangestellte. Das Personal isst in der Küche und schläft in engen Räumen unter dem Dach. Sie benutzen eine eigenen Treppe im Gegensatz zu der herrschaftlich geschwungenen Treppe der Villa. Überhaupt darf das Personal die Räume nur zum Bedienen der Herrschaft betreten. Das Buch handelt von dem Werdegang des Waisenmädchens Marie. Im zweiten Buch, Die „Töchter der Tuchvilla“ beginnt der Erste Weltkrieg. Wie dieser Krieg die Familie beeinträchtigt schildert die Autorin anschaulich.
Ihr Vater, gerade mal 20 Jahre alt wurde in den Krieg eingezogen. Sie schildert mit wie viel Freude und Stolz die jungen Männer in das Abenteuer Krieg zogen. Die Briefe ihres Vaters an seine Mutter, ihrer Großmutter, inspirierten Anne Jacobs zu den Erlebnissen des jungen Paul Melzer, des Sohnes der Familie, mit dem Marie jetzt verheiratet ist, zu berichten. Paul verabschiedet sich am Vorabend seiner Reise von Marie. Viel Zeit für liebende Umarmungen bleibt ihnen nicht, da Marie vor zwei Tagen Zwillinge geboren hat. Aus dem Feld schreibt er fast täglich Briefe. Zu Anfang noch euphorisch, wie: „Meine geliebte Marie, wir sind alle mopsfidel und ich spiele mit meinen Kameraden abends Karten. Mach dir keine Sorgen, ich liebe dich“. Später werden die Briefe nicht mehr so euphorisch sein, die Realität des Krieges hat sie eingeholt. Aber das verspricht die Autorin, Paul kehrt zurück aus dem Krieg. Anne Jacobs kündigt auch gleich den dritten Teil der Familiensaga an, der im Dezember 2016 erscheinen soll. Dort geht es dann um das Erbe und die Kinder der Industriellenfamilie Melzer. Anne Jacobs zog mit ihrer Geschichte über die Familie Melzer die zahlreich erschienenen Besucher schnell in ihren Bann und machte Lust, mehr über das Schicksal der Augsburger Industriellenfamilie zu erfahren.

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MN vom 20. September 2016

Spione, Spekulanten und das schwarze Gold

Tom Hillenbrand stellt seinen Roman „Der Kaffeedieb“

Thomas Niedermair

„Ich bin ja eigentlich kein Kaffee-, sondern Teetrinker“, teilte der Schriftsteller Tom Hillenbrand dem erwartungsfrohen Publikum in der Stadtbücherei mit. Der 1972 geborene und in München lebende Autor präsentierte sein neuestes Werk, einen Abenteuerroman vor geschichtlichem Hintergrund. Veranstalter dieser Lesung waren Stadtbücherei, Weltladen und abc-Büchershop.
„Ich war“, so der Bestsellerautor, „per Zufall in einem Buch über Essenshistorie auf eine Bemerkung gestoßen, in der von Holländern die Rede war, die den Türken Kaffeepflanzen entwendet hatten“. Von dieser Begebenheit ließ sich Tom Hillenbrand zu „Der Kaffeedieb“ inspirieren. Es handelt sich hierbei – nach Kolumnen und Glossen, nach erfolgreichen „kulinarischen“ Krimis und dem preisgekrönten Science-Fiction-Roman „Drohnenland“ – um sein erstes historisch basiertes Werk.
„Der „Kaffeedieb“ ist zwischen 1683 und 1689 angesiedelt und taucht ein in eine Zeit vielfältiger Aufbrüche und Erfindungen. Diese war zugleich auch von Intrigen und Spionage, von Spekulantentum und diversen Verteilungskämpfen geprägt. Tom Hillenbrand, der auch als Wirtschaftsredakteur gearbeitet hat, war aber keineswegs nur an ökonomischen und historischen Hintergründen interessiert. „Der Kaffeedieb“ profitiert auch von der Fabulierlust seines Schöpfers, die ein Panoptikum von oft lebhaft beschriebenen, vielschichtigen Charakteren entstehen ließ. Da ist zunächst die Hauptfigur, der leicht zwielichtige Spekulant, Fälscher und Glücksritter Obediah Chalon. Er findet sich im Londoner Kaffeehaus ein, der damaligen Informationsbörse Nummer eins, landet aber wegen Betrügereien im Amsterdamer Zuchthaus, ehe er die Chance erhält, sein Abenteurertum in erfolgreichere Bahnen zu lenken. Für die VOC (Vereinigte Ostindische Compagnie) soll er sich mit einer Spezialistentruppe ins ferne Mocha (im Jemen) begeben, um Kaffeepflanzen zu stibitzen. Damit soll das türkische Monopol bezüglich des neuen, heiß begehrten Modegetränkes gebrochen werden.
Rund um die am 11. September 1683 erfolgte Rettung Wiens vor der Eroberung durch die osmanischen Türken entfaltet Tom Hillenbrand ein abenteuerliches und abwechslungsreiches Halunken-, Intrigen-und Spionage-Stück. Oft wird die Handlung dabei durch das seinerzeit dominierende Kommunikationsmedium, den regen Briefwechsel, vorangetrieben. Dass sich Chalon mit dem italienischen Admiral Marsiglio, der Trickbetrügerin Condessa Catérina, dem Juden Cordeloro und anderen abenteuerlustigen Zeitgenossen eine Expertentruppe zusammenstellt, bleibt auch der französischen Gegenseite nicht verborgen.
Vom hier gar nicht so strahlend-glanzvoll erscheinenden „Sonnenkönig“ Louis XIV. werden der Kryptologe Rossignol und Musketier/Geheimagent Polignac mobilisiert, um bei der Jagd nach dem als schwarzes Gold geltenden Kaffee nicht abgehängt zu werden ... „In Rififi-Manier planen Obediah und seine Helfer den perfekten Coup“, meinte der Autor. In gut ausgewählten Leseproben erweckte Hillenbrand diverse Haupt- und Nebenfiguren seines spannenden Romanes stimmlich variabel in der Stadtbücherei zum Leben. Das Genussmittel des 17. Jahrhunderts würde uns heute übrigens wohl kaum schmecken. Wie die Recherchen des Schriftstellers nämlich ergaben, wurde der Kaffee damals – kaum vorstellbar – im Fass zwischengelagert. „Das erklärt, warum die Perücken gerollt waren“, meinte der Schriftsteller mit ironischem Unterton.
Ohne Zweifel deutlich schmackhafter war der von Günther Deubler vom Weltladen angebotene Bio-Kaffee, der den durch die kurzweilige Lesung ohnehin angeregten Gästen als „Krumbacher Tässle“ kredenzt wurde.

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MN vom 16. September 2016

Nächstenliebe aufnehmen und ausgeben

Pfarrer Rainer Schießler tritt entschieden für mehr Menschlichkeit in der Kirche ein

Von Dr. Heinrich Lindenmayr

Er war nicht gekleidet wie ein Priester, bewegte sich locker und ganz ungezwungen. Ein weißes Polohemd und eine schwarze Hose trug Pfarrer Rainer Maria Schießler, Autor des Bestsellers Himmel, Herrgott, Sakrament, zum Auftakt des Literaturherbstes Krumbach vor 200 Zuhörern in der Halle der örtlichen Raiffeisenbank.
Er ist Pfarrer, und er hat das Zeug zum Medienstar. Rasch verließ er den Schutz des Rednerpultes, stellte sich frei vor das Publikum und sprach frei. Mehrere klare Grundsätze geben seinem steten Redefluss Struktur, ansonsten schöpft er aus einem gewaltigen Reservoir an Beispielen, Anekdoten, witzigen, teilweise selbstironischen Bemerkungen. Dem Publikum bot er dichte 100 Minuten, unterhaltsam und spannend, anrührend und anregend. Nähe zum Publikum stellt er gleich zu Beginn über die Mundart her und dadurch, dass er viel von sich selbst preisgibt. Er vertritt einen Glauben, den er als echt und ehrlich bezeichnet, der seine Probleme mit Prinzipien und Dogmen hat, der von Wundern, Mysterien und Sensationen nichts hält. Die Kirche sieht er als großes Haus, in dem jeder Platz hat und in dem keiner von der „Mahlzeitgemeinschaft“ ausgeschlossen werden darf.
Die Kommunion wieder verheirateten Geschiedenen, Schwulen oder Mitgliedern der evangelischen Kirche zu verweigern, ist für Pfarrer Schießler ein Unding. Er macht sich für die Handkommunion stark. Gerade diese Geste sei so aussagestark und wertvoll: Da hält einer die leere Hand auf und zeigt damit seinen Hunger und seine Bedürftigkeit. Und in dieser leeren Hand findet nun Gott in Form der Hostie Platz. Es sind diese einfachen und starken Bilder, mit denen Pfarrer Schießler zu überzeugen sucht. Er berichtet von einer Weihnachtspredigt, bei der ein Pfarrer den Gläubigen seine Hand zeigte, gefüllt mit Stroh. Das sei das Stroh aus seinem Kopf, erklärte der Geistliche, es zeige seine Unzulänglichkeit, Bedürftigkeit und Not an. Genau in dieses Stroh legt sich Gott bei seiner Menschwerdung. Gott begebe sich in die Schwachheit hinein, um zu helfen und zu heilen. Auch das ist ein schlagendes Beispiel für Schießlers zentrales Anliegen: Es gehe darum, Nächstenliebe mit jeder Faser aufzunehmen und auszugeben.
Das wiederum müsse in jeder Verkündigung spürbar sein. Die Kirchenbesucher brauchten keine theologische Vorlesung, sie müssten sich angesprochen fühlen und etwas mitnehmen können. Es gebe viele Berufene, die den Glauben vertreten könnten, und die Kirche verspiele viel von ihrem Zukunftspotenzial und ihrer Chance, lebendige Kirche zu sein, indem sie Frauen, verheiratete Männer und Laien ausschließe. Von Papst Franziskus fühlt Pfarrer Schießler sich bestätigt. Endlich vertrete ein Kirchenoberhaupt, was er, Schießler, schon lange predige und praktiziere. An dieser Stelle blitzte wieder der Medienstar auf, denn Schießler fragte, durchaus mit einem Schuss Selbstironie, ob der Papst all das von ihm abschreibe.
Man brauche für den Literaturherbst nicht mehr zu werben, er treffe den Nerv der Zeit, erklärte Bürgermeister Hubert Fischer in seinem Grußwort zur Auftaktveranstaltung 2016. Bankdirektor Uwe Köhler setzte noch eins drauf: Was für Nordrhein-Westfalen das Literaturfestival Köln sei, das sei für Bayern der Literaturherbst Krumbach. .

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MN vom 20.7.2016

Literaturherbst ganz in Gelb

Vom „populärsten Pfarrer Bayerns“ bis hin zum Poetry Slam.
Auch beim Programmheft setzt die Veranstaltungsreihe neue Akzente.

Von Peter Bauer

Ganz in Gelb diesmal. Das neue Programmheft des Krumbacher Literaturherbstes sticht sofort ins Auge. Da ist zum einen der deutliche Akzent der Farbe, aber auch das Format. Das neue Programmheft ist deutlich größer als in den Jahren zuvor. Gelb und größer: Es steht auch für den Antrieb der Veranstalter, nicht auf dem über Jahre so gut Entwickelten stehen zu bleiben, sondern frische, neue Akzente zu setzen.

Mit insgesamt 27 Veranstaltungen (im Vorjahr waren es 21) erreicht die Krumbacher Veranstaltungsreihe in diesem Jahr allein schon zahlenmäßig eine neue Größe. Bereits die Eröffnungsveranstaltung dürfte für Diskussionen sorgen. „Himmel, Herrgott, Sakrament - Auftreten statt austreten“: Der umstrittene Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler wird am Mittwoch, 14. September, ab 19.30 Uhr in der Krumbacher Raiffeisenbank seinen Bestseller vorstellen. Schießler gilt derzeit als der „populärste Pfarrer Bayerns“ (Augsburger Allgemeine). Es ist die Eröffnungsveranstaltung des Krumbacher Literaturherbstes, der am 3. Dezember endet.
Nach dem Literaturherbst ist vor dem Literaturherbst: Die Arbeit der neun Hauptveranstalter (Raiffeisenbank Krumbach, Stadtbücherei, Fachakademie Krumbach, Mittelschwäbisches Heimatmuseum, Kulturverein Kult, Volkshochschule Krumbach, Bücher Thurn, Lesen-Schenken-Vogt und abc-Büchershop) könnte man wohl mit diesen Worten umschreiben. Wie Anita Roth, Leiterin des Mittelschwäbischen Heimatmuseums, berichtet, begannen die Arbeiten am neuen Programm bereits kurz nach dem Abschluss der Reihe im Jahr 2015. Seit Februar trafen sich die Veranstalter regelmäßig, um das Programm abzustimmen. „Wenn in Krumbach der Literaturherbst Einzug hält, dann blüht das kulturelle Leben in Krumbach so richtig auf“, schreibt Bürgermeister Hubert Fischer im Vorwort des neuen Programmheftes.
Verschiedene Veranstaltungen haben auch eine besondere kulinarische Note. Zum Beispiel bei den Auftritten von Tom Hillenbrand („Der Kaffeedieb“) am Freitag, 16. September, ab 15 Uhr in der Krumbacher Stadtbücherei oder Rita Falk („Leberkäs-Junkie“) am Freitag, 4. November, ab 19.30 Uhr im Gasthof Munding. Der Poetry Slam hat sich in Krumbach in den vergangenen Jahren auf eine bemerkenswerte Weise etabliert. Im Rahmen des Literaturherbstes wird ein Poetry Slam am Samstag, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr im Krumbacher Jugendzentrum stattfinden.

Der Literaturherbst greift auch die aktuelle gesellschaftliche Debatte im Zuge der Flüchtlingskrise auf. Die Autorin Sineb El Masrar ist am Samstag, 24. September, ab 19.30 Uhr in der Krumbacher Fachakademie im Schloss zu Gast und stellt dort ihr Buch „Emanzipation im Islam“ vor. Die Veranstaltung ist gleichzeitig der Auftakt der Interkulturellen Woche des Landkreises Günzburg.
In der Fachakademie wird es noch ein bemerkenswertes Gastspiel geben. Am Samstag, 3. Dezember, ab 19.30 Uhr liest dort der aus Billenhausen stammende Philosoph Wilhelm Schmid aus seinem Buch „Das Leben verstehen“. Schmid ist seit Langem ein weltweit gefragter Bestsellerautor. Doch für Gastspiele kehrt er immer wieder gerne in seine Heimat zurück.
„Der Unsinn ist eine Reise in die Eingeweide des Tiefsinns“: Unter diesem Motto greift Michael Kaeuffer (Samstag, 1. Oktober, 19.30 Uhr im Heimatmuseum) die Ideen der 1916 in Zürich begründeten Kunstbewegung Dada auf.
Beim Literaturherbst schließt sich auf eine bemerkenswerte Weise auch ein Kreis. Vor einigen Jahren hatte ein Krumbacher bei einer Fahrt durch Frankreich in einer Buchhandlung einen Roman mit dem ungewöhnlichen Titel „L’Homme de Krumbach“ entdeckt. Der in Nantes/Frankreich lebende Autor Nicolas Hebert beschreibt dort seine Spurensuche nach seinem Krumbacher Großvater, einem Luftwaffenoffizier während des Zweiten Weltkrieges. Nun ist Hebert in Krumbach zu Gast (Samstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, Heimatmuseum).
Auch seine Mischung macht den Literaturherbst bekannt. Krimis, Historisches oder auch Gesellschaftkritisches: Es ist nicht zuletzt diese Mischung, die den Krumbacher Literaturherbst über Mittelschwaben hinaus bekannt macht. Das detaillierte Programm der verschiedenen Veranstalter werden wir demnächst noch ausführlich vorstellen. Das neue Programmheft liegt unter anderem bei den Veranstaltern und in verschiedenen öffentlichen Gebäuden aus.

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